PremiMatch 2027
Ratgeber

Die Krankenkasse einfach erklärt

Alles, was Sie über die Krankenversicherung in der Schweiz wissen müssen, ohne Fachchinesisch.

Die Zahlen 2027

+5,0 %durchschnittlicher Prämienanstieg 2027
412.–Durchschnittsprämie pro Monat (CHF)
487.60Durchschnitt Erwachsene 26+ (CHF)
128.10Durchschnitt Kinder (CHF)

Quelle: BAG, Medienmitteilung vom 29. September 2026. Hinter den Durchschnitten stecken grosse Unterschiede: Vergleichen lohnt sich fast immer.

01Das KVG in zwei Minuten

Das KVG (Krankenversicherungsgesetz) verpflichtet alle, die in der Schweiz wohnen, eine Grundversicherung abzuschliessen. Sie müssen sich innert 3 Monaten nach Ihrer Ankunft oder nach der Geburt eines Kindes versichern.

  • Die Leistungen sind bei allen Kassen gleich. Das Gesetz legt die Liste fest. Eine günstigere Kasse behandelt Sie nicht schlechter.
  • Keine Kasse darf Sie ablehnen – in der Grundversicherung, egal wie alt oder gesund Sie sind.
  • Nur der Preis ist anders: je nach Kasse, Wohnort, Alter, Franchise und Modell.

Zusatzversicherungen (VVG: Zahnarzt, Privatzimmer, Komplementärmedizin …) sind freiwillig. Dort darf die Kasse Gesundheitsfragen stellen und Sie ablehnen.

02Was Sie wirklich bezahlen

Ihre Versicherung kostet Sie drei Dinge:

  1. Die Prämie: der feste Betrag jeden Monat.
  2. Die Franchise: die ersten Franken Arztkosten im Jahr, die Sie selbst bezahlen (CHF 300 bis 2'500 für Erwachsene, 0 bis 600 für Kinder).
  3. Der Selbstbehalt: danach bezahlen Sie noch 10 % der Kosten, höchstens CHF 700 pro Jahr (CHF 350 für ein Kind).

Bei einem Spitalaufenthalt kommen CHF 15 pro Tag dazu (ausser für Kinder und junge Erwachsene in Ausbildung).

Beispiel: Eine erwachsene Person mit Franchise CHF 300 hat im Jahr CHF 3'000 Arztkosten.

FranchiseCHF 300Selbstbehalt: 10 % von 2'700CHF 270Zu Ihren Lasten (zusätzlich zu den Prämien)CHF 570

Mit Franchise 300 bezahlen Sie also höchstens CHF 1'000 pro Jahr (300 + 700) zusätzlich zu den Prämien.

03Die richtige Franchise wählen

Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Dafür bezahlen Sie mehr, wenn Sie krank werden.

  • Wenig Arztkosten (unter rund CHF 1'800 pro Jahr): Die Franchise CHF 2'500 ist insgesamt meist am günstigsten.
  • Regelmässige Kosten (chronische Krankheit, Medikamente jeden Monat, geplante Operation): Wählen Sie CHF 300.
  • Die Franchisen dazwischen (500 bis 2'000) lohnen sich selten.
  • Mit einer hohen Franchise: Legen Sie das gesparte Geld zur Seite, damit Sie im Ernstfall bezahlen können.

Wann wechseln? Um die Franchise zu senken, melden Sie sich bei Ihrer Kasse vor dem 30. November 2026. Um sie zu erhöhen, haben Sie bis Ende Dezember Zeit (fragen Sie Ihre Kasse nach dem genauen Datum).

Unser Vergleich empfiehlt Ihnen automatisch die günstigste Franchise, je nach Ihrer Antwort auf die Frage «Wie oft gehen Sie zum Arzt?» oder nach dem genauen Betrag Ihrer Kosten. In den Ergebnissen verschieben Sie den Regler, um die Gesamtkosten jeder Franchise zu vergleichen.

04Die Modelle, mit denen Sie weniger zahlen

Neben dem Standardmodell (freie Arztwahl) bieten die Kassen günstigere Modelle an:

  • Hausarzt: Sie gehen immer zuerst zu Ihrem Hausarzt.
  • HMO: Sie gehen zuerst in eine Gruppenpraxis (HMO-Zentrum).
  • Telmed: Sie rufen zuerst eine medizinische Beratung an, rund um die Uhr.
  • Apotheke / kombiniert: Sie beginnen in der Apotheke oder wählen Ihre erste Anlaufstelle selbst.
Achtung: Halten Sie sich immer an die Regeln Ihres Modells. Wenn Sie direkt zu einem Spezialisten gehen, ohne die erste Anlaufstelle zu kontaktieren, kann die Kasse die Rechnung verweigern. Notfälle sind immer gedeckt. Die Ausnahmen (Frauenarzt, Augenarzt …) sind je nach Kasse verschieden: Lesen Sie die Bedingungen.
05Unfall: Zahlen Sie nicht doppelt

Wenn Sie mindestens 8 Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber arbeiten, sind Sie über ihn bereits gegen Unfälle versichert (UVG).

  • Lassen Sie bei Ihrer Kasse die Unfalldeckung ausschliessen. Ihre Prämie sinkt etwas (oft um einige Prozent).
  • Wichtig: Wenn Sie aufhören zu arbeiten (Pensionierung, Arbeitslosigkeit, Vertragsende), schliessen Sie den Unfall sofort wieder bei Ihrer Kasse ein.
06Kasse wechseln: der Kalender
  • Der Bund veröffentlicht die neuen Prämien. Vergleichen!
  • Bis dann muss Ihnen Ihre Kasse die neue Prämie mitgeteilt haben.
  • Ihre Kündigung muss bei Ihrer Kasse eingetroffen sein (schicken Sie sie einige Tage vorher per Einschreiben).
  • Sie sind bei Ihrer neuen Kasse versichert.
  • Wechsel unter dem Jahr (auf den 1. Juli): nur mit der Grundfranchise (CHF 300 / 0) und dem Standardmodell möglich.

Jedes Familienmitglied kann bei einer anderen Kasse sein.

07Prämienverbilligung: Hilfe beim Bezahlen der Prämien

Bei bescheidenem Einkommen übernimmt Ihr Kanton einen Teil Ihrer Prämien: die individuelle Prämienverbilligung (IPV).

  • In einigen Kantonen wird sie aufgrund der Steuererklärung automatisch gewährt. In anderen müssen Sie sie beantragen.
  • Schätzungsweise jede fünfte berechtigte Person beantragt sie nicht. Erkundigen Sie sich, auch wenn Sie pensioniert sind.
  • Wenden Sie sich an die zuständige Stelle Ihres Kantons (meist die Ausgleichskasse), an Ihre Gemeinde oder an Pro Senectute.

Die Prämienverbilligung, erklärt vom BAG

08Vorsicht vor Fallen
  • Telefonwerbung: Seit September 2024 sind unerwünschte Anrufe von Maklern verboten. Unterschreiben Sie nichts am Telefon. Legen Sie auf.
  • Makler: Sie werden von den Kassen bezahlt. Sie bieten Ihnen nicht immer das günstigste Angebot an.
  • Falsche Vergleichsdienste: Manche Websites verlangen Ihre Telefonnummer, um Ihre Daten weiterzuverkaufen. Ein echter Vergleich braucht sie nicht.
  • Zusatzversicherungen: Sie werden Ihnen oft gleich mit angeboten. Nehmen Sie sich Zeit zum Überlegen: Sie sind nicht obligatorisch.
09Unsere 8 Tipps
  1. Vergleichen Sie jedes Jahr Ende September: Die günstigste Kasse wechselt oft.
  2. Der Wechsel der Grundversicherung ist ohne Risiko: gleiche Leistungen, und niemand darf Sie ablehnen.
  3. Wählen Sie die Franchise nach Ihrer Gesundheit: 300 oder 2'500, selten dazwischen.
  4. Ein Hausarzt- oder Telmed-Modell spart oft 10 bis 20 %.
  5. Angestellt: Schliessen Sie die Unfalldeckung aus.
  6. Behalten Sie Ihre Zusatzversicherungen, solange Sie nicht anderswo aufgenommen sind.
  7. Schicken Sie Ihre Kündigung per Einschreiben, mindestens eine Woche vor der Frist.
  8. Beantragen Sie die Prämienverbilligung, wenn Ihr Budget knapp ist.
10Kleines Glossar
KVG / LAMal
Krankenversicherungsgesetz: die obligatorische Grundversicherung.
VVG / Zusatzversicherung
Freiwillige Versicherungen zusätzlich zur Grundversicherung.
Prämie
Was Sie jeden Monat bezahlen.
Franchise
Jährlicher Betrag an Kosten, den Sie bezahlen, bevor die Kasse etwas übernimmt.
Selbstbehalt
10 % der Kosten nach der Franchise, höchstens CHF 700 pro Jahr.
Prämienregion
Einige Kantone haben bis zu 3 Regionen mit unterschiedlichen Preisen (Städte oft teurer).
BAG
Bundesamt für Gesundheit: Es genehmigt die Prämien.
Meine Prämien vergleichen